KESHAV SURI REVOLUTION IM FÜNF-STERNE-FORMAT
Keshav Suri ist eine jener seltenen Persönlichkeiten, die den Begriff Luxus neu definieren. Für manche bedeutet er Abgrenzung, Distanz, eine Welt hinter Glas. Für Suri hingegen ist Luxus ein öffentlicher Raum – ein Ort, der Menschen miteinander verbindet und gesellschaftliche Wirklichkeit formt.
Als Executive Director der The LaLiT Suri Hospitality Group hätte er problemlos den traditionellen Weg weitergehen können: Repräsentation, Wachstum, Exklusivität. Doch Suri entschied sich für einen anderen Kurs. Er wollte Hotels schaffen, die nicht nur beeindrucken, sondern verändern. Häuser, die nicht nur residierende Gäste empfangen, sondern Menschen sichtbar machen. Und mit dieser Haltung stellte er eine ganze Branche auf den Kopf. Die LaLiT-Hotels sind in Indien seit Jahrzehnten ein Synonym für Opulenz: prachtvolle Architektur, detailverliebter Service, ein Hauch von Bollywood-Glanz. Doch seit Keshav Suri Verantwortung trägt, erzählen sie eine zweite Geschichte – eine, die politischer ist als viele der Marmorsäle ahnen lassen. Eine Geschichte, die von Mut, Verletzlichkeit, Tradition und Wandel handelt. Und eine, in der Suri selbst die Hauptfigur ist.
© The LaLiT Group Sichtbarkeit als Lebensaufgabe
Indien ist ein Land, in dem queere Menschen lange Zeit unsichtbar bleiben mussten. Homosexualität war bis 2018 kriminalisiert, gesellschaftliche Akzeptanz ist vielerorts bis heute fragil. Suri, selbst schwul, kennt dieses Spannungsfeld aus eigener Erfahrung. Er spricht offen darüber, wie schwer es war, die eigene Identität nicht länger zu verstecken. Wie viel Mut es brauchte, nicht nur privat, sondern öffentlich als queerer Mann sichtbar zu sein – und diese Sichtbarkeit in ein Unternehmensprinzip zu verwandeln. Dieser Schritt war für ihn mehr als ein Coming-out: Er war ein Akt der Verantwortung. „Wenn ich nicht sichtbar bin, wer soll es dann sein?“, sagte er einmal. Genau aus diesem Selbstverständnis heraus entstand eines der ikonischsten Projekte der indischen Queer-Kultur: Kitty Su, der Nachtklub im LaLiT Delhi.
Kitty Su – Ein Klub, der Geschichte schreibt
Auf dem Papier ist Kitty Su ein luxuriöser Klub im Herzen eines Fünfsternehotels. In der Realität ist er ein Leuchtturm. Ein Raum, in dem Dragqueens aus aller Welt auftreten, in dem trans Talente buchstäblich im Rampenlicht stehen, in dem queere Künstlerinnen und Künstler endlich jene Bühne haben, die ihnen so lange verwehrt war. Kitty Su ist glamourös, laut, schillernd – aber vor allem revolutionär. Denn hier wird eine Wahrheit sichtbar, die in Indien selten offen ausgesprochen wird: Queerness gehört zur kulturellen, künstlerischen und gesellschaftlichen Landschaft des Landes. Nicht am Rand, sondern mittendrin. Und Keshav Suri ist der Gastgeber, der dafür sorgt, dass diese Sichtbarkeit geschützt ist, selbst in Zeiten, in denen es politischen Gegenwind gibt.
© The LaLiT Group Gelebte Inklusion – weit über die Tanzfläche hinaus
Suris Engagement endet nicht bei Performances und Pride-Partys. Dass er 2017 die Initiative Pure Love gründete, war ein radikaler Schritt. Ihr Ziel: Menschen sichtbar machen, die die indische Gesellschaft nur allzu gerne übersieht. Dazu gehören queere Personen, Menschen mit Behinderung, aber auch Überlebende von Säureangriffen – eine Gruppe, die oft systematisch aus beruflichen und sozialen Räumen ausgeschlossen wird. Im Rahmen von Pure Love wurden Schulungen entwickelt, Programme für Empowerment aufgebaut und Mitarbeitende sensibilisiert. Unter Suris Leitung wurden Menschen aus marginalisierten Communitys eingestellt – nicht als Charity-Geste, sondern als integraler Bestandteil des Unternehmens. Eines der beeindruckendsten Beispiele ist der heute bekannte DJ Varun Khullar, der nach einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist und im LaLiT eine musikalische Ausbildung erhielt. Heute legt er als Resident-DJ auf – in einem Klub, der ihn ursprünglich vielleicht nie gesehen hätte.
Die Keshav Suri Foundation – Strukturen schaffen, die bleiben
Ein Jahr später gründete Suri die Keshav Suri Foundation, die inzwischen zu den wichtigsten LGBTQ-Institutionen des Landes zählt. Die Stiftung bietet Workshops, Mental-Health-Angebote sowie berufliche Trainingsprogramme und arbeitet mit internationalen Organisationen wie „It Gets Better“ zusammen. Über 200 offen queere Mitarbeitende sind heute in den LaLiT-Häusern angestellt – eine Zahl, die in Indien beinahe revolutionär wirkt. Die internationale Anerkennung folgte: 2024 wurde The LaLiT als erste weltweit operierende Hotelgruppe von der International LGBTQ+ Travel Association (IGLTA) akkreditiert. Ein Meilenstein und ein Statement, das unmissverständlich ist. Für queere Reisende bedeutet diese Akkreditierung Sicherheit. Für Indien bedeutet sie Sichtbarkeit. Und für die Branche bedeutet sie: Inklusion ist nicht länger optional.
© The LaLiT Group Luxus, der Haltung zeigt
Es gibt Aktivisten, die mit Transparenten kämpfen, und Unternehmer, die mit Zahlen argumentieren. Keshav Suri ist weder das eine noch das andere – und gerade deshalb so wirksam. Er ist Teil einer Generation von Führungspersönlichkeiten, die verstanden haben, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Fortschritt keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken können. Luxus ist für ihn kein Elfenbeinturm, sondern eine Bühne. Eine Bühne, auf der Werte sichtbar werden müssen: Respekt, Sicherheit, Offenheit. „Ein Hotel muss ein Zuhause für alle sein“, sagt er. Und wer durch die LaLiT-Häuser geht, spürt genau das: Diese Orte wollen keinen Schein wahren, sie wollen Realität gestalten.
Die neue Reisewelt – Sinn statt Status
Die Reisewelt verändert sich. Gäste – vor allem jüngere – fragen nicht mehr nur nach der Größe des Pools oder der Anzahl der Sterne. Sie wollen wissen, welche Haltung ein Unternehmen vertritt. Was es bewirkt. Welche Türen es öffnet und für wen. The LaLiT liefert auf diese Fragen klare Antworten. Hier bedeutet Luxus nicht nur Komfort, sondern Zugehörigkeit. Nicht nur Ankommen, sondern Anerkennung. Nicht nur einen eleganten Aufenthalt, sondern ein Gefühl: Du bist willkommen – wirklich willkommen.
Das Vermächtnis einer leisen Revolution
Keshav Suri ist kein Mann, der sich in den Mittelpunkt stellt, obwohl er längst eine Symbolfigur ist. Er ist jemand, der arbeitet, der gestaltet, der Räume baut – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Räume, in denen Menschen sich frei fühlen können. Räume, die zeigen, wie eine gerechtere Zukunft aussehen kann. Räume, die beweisen, dass die Hotellerie weit mehr sein kann als Glamour und Gewinn. Er hat die indische Hospitality-Branche nicht nur verändert, sondern erweitert. Sie menschlicher gemacht. Mutiger. Bunter. Offener. Wenn man heute ein LaLiT-Hotel in Neu-Delhi, Jaipur, Mumbai, Goa oder Udaipur betritt, sieht man das sofort: Es sind Orte der Schönheit – aber noch viel mehr Orte des Wandels. Und genau darin liegt Suris größtes Vermächtnis. Seine Hotels sind nicht nur Gebäude, sondern Botschaften. Die wichtigste von ihnen lautet: Du bist willkommen. So, wie du bist.
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Hintergrundbild: © The LaLiT Group
